Pflegekonzept

Das Pflegekonzept stellt zusammen mit unserem Pflegeleitbild die Grundlage unserer Arbeit dar und ist wesentlicher Bestandteil unserer Qualitätssicherung.

1. Vorstellung des Pflegedienstes, Darstellung der Dienstleistung:

Unser ambulanter Intensivpflegedienst wurde am 13.07.2018 als UG gegründet. Der Firmensitz ist: Kirchstr. 13 52531 Übach-Palenberg

Unser ambulanter Intensivpflegedienst, der als Vertragspartner der Kranken- und Pflegekassen Dienstleistungen anbietet, erfüllt folgenden Zweck:

  • Wir erbringen häusliche Krankenpflege gemäß § 37 Abs. 1 sowie 1a SGB V.
  • Wir bieten häusliche Krankenpflege gemäß § 37 Abs. 2 Satz 1 SGB V (Behandlungspflege zur Sicherung des Ziels der ärztlichen Behandlung)
  • Wir übernehmen die Durchführung von Pflegeeinsätzen nach § 37 Abs. 3 SGB XI bei Beziehern von Pflegegeld.
  • Wir erbringen Leistungen der häuslichen Pflegehilfe nach §§ 36 und 39 SGB XI, Betreuungs- und Entlastungsleistungen gemäß § 45b SGB XI.

Der Pflegedienst ist eine selbstständig wirtschaftende Einrichtung unter ständiger fachlicher Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft.

Mit folgenden Kostenträgern bestehen Versorgungsverträge und Vergütungsvereinbarungen:

  • den Landesverbänden der Pflegekassen in NRW (SGB XI)
  • folgenden Krankenkassen (SGB V): AOK Rheinland / Hamburg
  • AOK NordWest
  • Knappschaft
  • IKK classic
  • VdeK
  • Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
  • Arbeitsgemeinschaft der rheinischen Betriebskrankenkassen (ARB)
  • BKK ArGe Ostwestfalen-Lippe
  • Sonstige

Des Weiteren rechnet unser Pflegedienst mit den jeweils zuständigen Sozialhilfeträgern Leistungen nach dem SGB XII ab.

Zusätzlich können unsere Leistungen auch ohne Beteiligung der oben genannten Kostenträger im Rahmen der Privatliquidation angefordert werden.

Unser Schwerpunkt liegt auf der Betreuung von Menschen, die eine intensivmedizinische Betreuung und Versorgung benötigen.

Das Büro ist regelmäßig Montag bis Freitag von 8.30 bis 17.00 Uhr besetzt. Die telefonische Erreichbarkeit unseres Dienstes außerhalb der Bürozeiten, an Wochenenden und Feiertagen ist mittels einer Rufweiterschaltung sowie einer Notfallnummer (Handy) rund um die Uhr gewährleistet. Wir stellen dabei sicher, dass für pflegefachliche Anfragen ständig eine Pflegefachkraft erreichbar ist.

Im Sinne einer umfassenden Versorgung unserer Kunden kooperieren wir mit anderen, ortsnahen Berufsgruppen.

Wir arbeiten eng mit den lokalen Ärzten, Fachärzten, Apotheken und Sanitätshäusern zusammen und unterstützen unsere Kunden dabei, ihr gewohntes medizinisches Versorgungsnetzwerk aufrecht zu erhalten. Auf Wunsch unserer Kunden stellen wir den Kontakt zu alternativen Leistungserbringern her und unterstützen bei einem Wechsel von Arzt oder Apotheke.

Weitere Informationen zur Aufbau- und Ablauforganisation sowie zum Qualitätsmanagement unseres Pflegedienstes sind unserem Qualitätshandbuch zu entnehmen.

Zu den Kunden unseres Pflegedienstes zählen in erster Linie die Patienten, aber auch Krankenkasse, Pflegekasse, Haus- und Fachärzte, Angehörige und alle an der Pflege beteiligten Personen und Institutionen. Daher ist es unser Anliegen, die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse unserer Klienten und die Bedürfnisse der anderen Kunden zu verstehen und mit unserem Handeln dazu beitragen, dass deren Anforderungen erfüllt werden (Kundenorientierung).

Wir streben darüber hinaus danach, die Erwartungen der verschiedenen Parteien zu übertreffen. Dabei suchen wir in unserem Handeln immer nach den Möglichkeiten der „ständigen Verbesserung“.

Seit dem 01.09.18 ist unser Pflegedienst Mitglied im Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V. (LfK).

2. Betriebsstruktur und -organisation

Die Pflege wird unter ständiger Verantwortung einer ausgebildeten Pflegefachkraft (PDL) durchgeführt. Die PDL verfügt über die gesetzlich und vertraglich vorgegebenen Qualifikationen und Voraussetzungen zur Leitung eines ambulanten Pflegedienstes. Die Vertretung der leitenden PDL wird ebenfalls von einer Pflegefachkraft wahrgenommen. Die Voraussetzungen der stellvertretenden PDL entsprechen ebenfalls den gesetzlichen und vertraglichen Vorgaben.

  • Verantwortungsbereiche der Pflegedienstleitungen
  • Erstbesuche
  • Fachliche Planung und Überwachung der Pflegeprozesse durch z. B. Pflegevisiten und Mitarbeitervisiten
  • Dienst – und Einsatzplanung entsprechend der individuellen Anforderungen der Patienten und den organisatorischen Ressourcen
  • Anleitung und Überwachung der fachgerechten Führung der Pflegedokumentation durch Dokumentationsvisiten
  • Die fachliche Planung und Durchführung von Dienstbesprechungen wird ausschließlich von der Pflegedienstleitung wahrgenommen

Darüber hinaus gelten die in der Stellenbeschreibung festgelegten Vorgaben.

Mitarbeiter/innen

Wir erfüllen die vertraglich vereinbarten personellen Voraussetzungen (Rahmenvereinbarungen nach § 132, 132a SGB V mit den Primär- und Ersatzkassen, Rahmenvertrag gemäß § 75 Abs. 1 und 2 SGB XI für das Land NRW.

Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter achten wir insbesondere auf deren fachlichen Qualifikation, ihre Teamfähigkeit und soziale Kompetenz.

Unseren Mitarbeitern werden die von ihnen für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigten Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt und sie werden in ihrer Tätigkeit geschult.

Die Aufgabenbereiche der Mitarbeiter werden in Stellenbeschreibungen geregelt.

2.3 Personalstruktur

Es werden folgende Mitarbeiter/innen beschäftigt:

  • Pflegedienstleitung
  • Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Altenpfleger/innen, Kindergesundheits- und Krankenpfleger/innen)

Eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter sichert eine gleich bleibende Pflegequalität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Organisatorischer Ablauf des Pflegedienstes

Der organisatorische Ablauf unseres Pflegedienstes ist darauf ausgerichtet, ein Vertrauensverhältnis zum Kunden herzustellen und zu vertiefen. Daher verfolgen wir das Pflegesystem der Bezugspflege.

Die Versorgung unserer Kunden findet in festen Teams statt. Der jeweilige Kunde wird von einem festen Mitarbeiterteam, bestehend aus unterschiedlichen Qualifikationen, versorgt. Unseren Kunden steht für alle Fragen ein fester Ansprechpartner innerhalb des Teams zur Verfügung. Der jeweilige Ansprechpartner wird von der verantwortlichen Pflegefachkraft namentlich zugeordnet. Der Ansprechpartner ist u.a. zuständig für die Lenkung und Evaluation des Pflegeprozesses der ihm zugeordneten Pflegebedürftigen. Weitere Verantwortungsbereiche der Pflegefachkraft in Bezug auf unsere Kunden sind in den jeweiligen Stellenbeschreibungen aufgeführt.

Zur Wahrung der Würde und Intimsphäre finden alle intimen (Pflege-)Handlungen abgetrennt von ggf. anderen Bewohnern des Haushalts statt. Unsere Kunden haben selbstverständlich das Recht, ihre Intimpflege selbst und ungestört durchzuführen. Sofern sie dabei Unterstützung durch unsere Mitarbeiter wünschen, erfolgt diese ebenfalls unter Wahrung der Intimsphäre. Duschen, Baden und der Toilettengang erfolgen grundsätzlich bei geschlossenen Türen.

Wir verpflichten uns, nach neuesten fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu arbeiten. Entsprechende Abläufe sind durch Verfahrensanweisungen und Standards geregelt, die die spezifischen Prozesse in der Pflege gewährleisten.

Patientenpflegedokumentation

Pflegerelevante Daten des Patienten und der Pflegeverlauf werden in der Patientenpflegedokumentation dokumentiert. Diese Patientenpflegedokumentation besteht aus

  • dem Stammblatt,
  • der SIS (strukturierte Informationssammlung)
  • dem Pflegebericht,
  • dem Durchführungsnachweis/Leistungsnachweis
  • dem Ärztliches Verordnungsblatt
  • dem Formblatt der verordneten Arzneimittel
  • dem Überleitungsbogen
  • dem Überwachungsprotokoll

Je nach Besonderheit des Einzelfalls werden weitere Formblätter hinzugefügt (z.B. Wundprotokollbogen, BZ- Kontrollbogen, Skalen etc.).

Die Dokumentationsunterlagen werden sach- und fachgerecht geführt und grundsätzlich beim Kunden aufbewahrt. Somit sind sie allen an der Pflege und Therapie des Kunden beteiligten Personen jederzeit zugänglich. Nur in begründeten Einzelfällen, wird die Pflegedokumentation in unseren Büroräumen, für Dritte unzugänglich, aufbewahrt.

Die Einhaltung des Datenschutzes und der Schweigepflicht ist gewährleistet.

Im Falle der geplanten Verlegung des Patienten, bzw. der Notfallverlegung des Patienten (z.B. Krankenhaus) bei gleichzeitiger Anwesenheit eines Mitarbeiters, wird der Überleitungsbogen mit den aktuellen Informationen über den Patienten an die aufnehmende Einrichtung weitergeleitet.

5. Die Pflege und Betreuung von Menschen mit eingeschränkter kognitiver Alltagskompetenz

Es ist uns wichtig, dass unseren Kunden mit eingeschränkten kognitiven Alltagskompetenzen wiederholende Tagesabläufe, eine Kontinuität der Pflegebeziehung und eine der Gesundheitssituation angepasste Kommunikation erfahren. Neben der Pflegeanamnese ist die Biographie die Basis für unsere Pflege und Betreuung von Menschen mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen. Dabei beziehen wir nach Möglichkeit die Angehörigen eng in die Planung und Durchführung geeigneter Maßnahmen, die nach den Prinzipien der aktivierenden Pflege geplant werden, ein.

6. Die Pflege von Menschen mit palliativ-pflegerischen Versorgungsbedarf

Als ambulanter Intensivpflegedienst begleiten wir unsere Patienten auch in ihrer letzten Lebensphase im häuslichen Umfeld. Der würdevolle Umgang mit unseren Patienten bedeutet, auch im Sterbeprozess die Wünsche und Bedürfnisse unserer Patienten zu beachten. Sofern es eine Patientenverfügung gibt, sind die darin formulierten Wünsche zum Sterbeprozess für uns bindend.

7. Erstbesuch

Unser Pflegedienst führt zur Feststellung des Pflegebedarfs und der häuslichen Pflegesituation einen Erstbesuch beim Pflegebedürftigen durch.

Der Erstbesuch wird ausschließlich von der Pflegedienstleitung oder deren Stellvertretung durchgeführt. Sie stellt die Leistungen unseres Pflegedienstes dar, ermittelt nach einer ausführlichen Informationssammlung den Hilfebedarf und die individuellen Wünsche der Kunden, berät über die infrage kommenden Hilfsmittel, Antragstellungen und Abrechnungsmodalitäten und fertigt nach einem oder mehreren Kostenvoranschlag/Kostenvoranschlägen den Pflegevertrag an und klärt die Kostenübernahme mit der Krankenkasse. Weiterhin erstellt sie danach die erste Pflegedokumentation.

Sofern der neue Kunde vom Krankenhaus übernommen wird, wird er dort von dem Team, das die Versorgung übernehmen wird, besucht. Das Team erhält eine ausführliche Übergabe durch betreuende Ärzte und Pflegefachkräfte dort.

Eine Übernahme des Kunden erfolgt erst, wenn die Kostendeckung sichergestellt ist und ein Versorgungsteam von mindestens 4 Pflegefachkräften zur Verfügung steht.

8. Qualitätssicherung

Unser Pflegedienst ist ständig bestrebt, seine Qualität weiter zu verbessern. Aus diesem Grunde werden Maßnahmen der internen und externen Qualitätssicherung durchgeführt. Die Organisation erfolgt durch unsere/n Qualitätsbeauftragte/n.

Maßnahmen der innerbetrieblichen Qualitätssicherung sind u.a.

  • Systematische Einarbeitung neuer Mitarbeiter nach unserem Einarbeitungskonzept
  • Einsetzung eines/r Qualitätsbeauftragten
  • Regelmäßige Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter inkl. Reflexion

Die Reflexion von Fortbildungen gibt uns Aufschlüsse über folgende Tatbestände:

  • Zielerreichung der einzelnen Fortbildungsmaßnahme
  • Welche Themen noch vertieft werden müssen
  • Zufriedenheit/Unzufriedenheit über Dozenten
  • Lernzielkontrollen
  • Dienst- und Fallbesprechungen (zweimal monatlich)
  • Erstellung und kontinuierliche Bearbeitung des QM-Handbuches
  • Implementierung und Aufrechterhaltung einer geregelten innerbetrieblicher Kommunikation
  • Vorhaltung einer Bibliothek mit Pflegefachliteratur und aktuelle Fachzeitschriften
  • Durchführung der Pflegevisite durch Pflegedienstleitung / Vertretung: einmal im Quartal/Jahr bei gesicherten Pflegesituationen und anlassbezogen. Die Pflegevisite dient dazu, die Prozess- und Ergebnisqualität zu messen. Die Ergebnisse der Pflegevisite geben im einzelnen Aufschluss darüber:

 

inwieweit der dokumentierte Pflegeprozess den gesetzlichen Anforderungen entspricht

  • wie die Ergebnisqualität in der direkten Pflege ist
  • wie hoch die Kundenzufriedenheit ist
  • wo die Stärken und Schwächen der Mitarbeiter liegen
  • Kontinuierliche Überarbeitung der Pflegeprozessplanungen, Dokumentationen und Standards durch Pflegefachkräfte
  • Evaluation der Maßnahmenpläne in individuell festgelegten Intervallen bei ungesicherten Pflegesituationen
  • Kundenbefragungen. Dabei stehen für uns zwei zentrale Fragen im Vordergrund:
  • Wo liegen unsere Stärken aus Sicht der Kunden?
  • Wo können wir uns noch aus Sicht der Kunden verbessern?
  • Mitarbeiterbefragungen, die uns u. a. Aufschluss über die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter geben.
  • Beschwerdemanagement. Hierbei sind uns ebenfalls zwei Fragestellungen besonders wichtig:
  • Wo passieren uns noch die häufigsten Fehler?
  • Welche Prozesse müssen wir verbessern?

Maßnahmen der externen Qualitätssicherung sind u.a.

  • Mitarbeit im Kreisverband Heinsberg des LfK NRW e.V.
  • Teilnahme an der kommunalen Pflegekonferenz
  • Assessmentrunden
  • LfK-Unternehmerstammtisch
  • Runde Tische
  • fachbezogene Weiterbildungen und Schulungen

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